Vox - Kritiken

Konzert Zwischentöne - 27-11-2010 - Vorbericht Rheinpfalz

„Die ersten Schritte sind entscheidend“

NACHGEFRAGT: Was hat sich für Alexander Voss verändert, seit er vor fünf Jahren seinen Bankjob aufgab und Sänger wurde?

in: Die Rheinpfalz, Marktplatz regional, MITTWOCH, 24. NOVEMBER 2010

JOCKGRIM/EGGENSTEIN-LEOPOLDSHAFEN. Vor fünf Jahren gab Alexander Voss seine Arbeit bei einer Bank auf und begann ein Studium als Sänger und Musical-Darsteller an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Am Samstag kehrt er auf die Bühne zurück, wo er sein Abschiedskonzert gab: Mit seiner Wiener Studienkollegin Antje Kohler und dem Chor „Vox Humana“, dessen Mitglied er zeitweise war, gibt Voss im Ziegeleimuseum ein Konzert. Unsere Mitarbeiterin Barbara Eichenlaub sprach mit ihm über seine Erfahrungen und seine Zukunftspläne.

Herr Voss, was ist in der vergangenen fünf Jahren alles passiert?

Während meines dreijährigen Studiums hatte ich Engagements bei Musical-Produktionen wie „Joseph and the amazing technicolor Dreamcoat“, bei der österreichischen Uraufführung von „The Scarlet Pimpernel“ sowie bei Operetten und Konzerten. Danach war ich unter anderem auf Tournee in Deutschland und der Schweiz. Seit März 2009 bin ich Mitglied der Kinderoper Piccolino Wien, im Sommer habe ich den „Jesus“ in „Godspell“ im Stift Altenburg gespielt – eine sehr anspruchsvolle Rolle. Am Sonntag endete in Triberg im Schwarzwald die zweite Staffel des Musicals „Gerwig, das Schwarzwaldbahn-Musical“. Die Zahl meiner Verpflichtungen ist bisher ganz ok, auch dank meiner vielen Kontakte zu Musical-Machern und eines dicht geknüpften Netzwerks.

Wirkten Sie schon bei Produktionenauf großen Bühnen mit?

Nein, aber ich hatte bisher schon mehrere Einladungen zum Vorsingen. Eine Zu- oder Absage hängt nicht nur vom gesanglichen und tänzerischen Können ab, sondern auch davon, ob ich dem Bild entspreche, das der Regisseur von der Rolle hat. Da ist meist der erste Eindruck entscheidend, den die wenigen Schritte auf der Bühne bis zum ersten gesungenen Ton vermitteln.

Was unterscheidet kleinere Produktionen von Musicals auf großen Bühnen?

Vorteile kleinerer Produktionen sind, dass sie mehr Abwechslung bieten. Wir Künstler haben mehr Freiraum auf der Bühne und können mehr ausprobieren, es gibt nicht ein so enges Handlungskorsett wie bei internationalen Produktionen. Vorteil der großen Show ist, dass ich als Künstler einen längerfristigen Vertrag habe.

Würden Sie den Schritt in ein Leben als frei schaffender Sänger wieder wagen?

Ganz klar ja. Ich habe die Entscheidung, einen künstlerischen Beruf zu wählen, nicht bereut. Ich habe in den vergangenen fünf Jahren viel gelernt, musste aber ab und zu auch wehmütige Augenblicke erleben, wenn eine Produktion zu Ende ging und sich das Ensemble wieder in alle Winde zerstreute.

Wie geht‘s jetzt weiter?

Im Dezember werde ich bei einer Kinder-Oper mitsingen, von Januar bis März toure ich mit einer Show durch Norddeutschland.

Halten Sie noch Kontakt zu Ihrem früheren Chor?

Ich schicke regelmäßige Mails und berichte wie in einem Tagebuch über meine Engagements und Reisen.

(bic/Foto: bic)

TERMIN/KARTEN/INFO

— Samstag, 27. November, 20 Uhr: Konzertabend mit Liedern aus Musicals wie „Wicked“, „Die drei Musketiere“ oder „Rent“.

— Kartenvorverkauf: Sparkasse und Gemeindebücherei Jockgrim, im Internet unter www.vox-humana-jockgrim.de, per E-Mail an und an der Abendkasse.

— Info: www.alivoss.de