Vox - Kritiken

Konzertkritik "Sentimental Journey" 04.11.2006

Konzertkritik in "Die Rheinpfalz" - Marktplatz Regional vom 8. November 2006

Zuhörer auf eine gesangliche Reise mitgenommen

JOCKGRIM: Junger Chor "Vox Humana" stellt zum 15-jährigen Bestehen gelungenes Konzert auf die Beine

Zu einer "Sentimental Journey" hatte "Vox Humana", der junge Chor des Männerchors Jockgrim (gemischter Chor) anlässlich seines 15-jährigen Bestehens für Samstag ins Ziegeleimuseum geladen. Viele Zuhörer aus Jockgrim und Umgebung hatten sich ein Ticket gelöst, um an dieser "sentimentalen Reise" in der stimmungsvoll hergerichteten guten Stube Jockgrims Teil zu haben. Seit den legendären Auftritten von Elvis-Interpret Eric Prinzinger war der Saal nicht mehr so gut gefüllt wie an diesem Samstag.

Vor Beginn des Programms herrschte die für einen Konzertabend typische Unruhe. Anspannung stand in den Gesichtern der Akteure, fragende oder leicht verunsicherte Blicke, hier und da ein etwas blasses Gesicht. Die zahlreichen Gäste suchten ihre Plätze oder gönnten sich noch ein Gläschen Sekt im Foyer.

Die Techniker an Ton und Licht machten einen letzten Check, während sich Sängerinnen und Sänger neben der Bühne aufstellten. Befreiend für die Akteure, als es endlich los ging und Chorleiter Konrad Knopf seinem Chor die erste Melodie entlockte. Es sollte ein gelungener Konzertabend werden, die Moderatoren Andreas Mauritz und Matthias Muth leiteten jedes Stük mit einer kleinen Geschichte ein, und der Chor nutzte entweder mit und ohne Begleitband, in großen oder kleinen Ensembles die hervorragende Akustik des Saales und nahmen die Gäste wahrlich mit auf eine Reise.

Ob "How deep is your Love" von den Bee Gees oder "One more night" (Phil Collins), bei einem Medley von Elton John oder bei Joe Garlands "In the mood", der Chor bot eine ansprechende Bandbreite von insgesamt zwei Dutzend Stüken. Konrad Knopf, der die Arrangements ebenso liebevoll bearbeitet hatte wie die Helfer das Museum romantisch mit Kerzenleuchtern und Tücherschmuck hergerichtet haben, hatte mit Balladen, Pop, Swing und Jazz verschiedene Stilrichtungen zu einem interessanten musikalischen Strauß gebunden.

Alexander Voss, der 14 Jahre bei "Vox Humana" mitwirkt und sein musikalisches Talent seit etwa einem Jahr in einer Musical-Akademie zu seinem Beruf macht, machte sich bei Barry Manilows "Mandy", Lucy Simons "Wick" Brian Mays "Too much love will kill you" Solo zum versierten Reisebegleiter. Ebenso interessant die beiden Quartett-Stüke mit Simone Knehr, Sabine Zschaler, Matthias Muth und Alexander Voss ("Sing, sing, sing" und "Flat floot floogee"). Etwas improvisiert wirkte die Darbietung von Vincent Clarks "Only you" durch die Männergruppe, doch Knopf inspirierte seinen Chor ob dirigierend, mitwirkend oder am Klavier immer wieder zu Höchstleistungen, der Spaß war den Mitwirkenden regelrecht anzusehen. Besonders stimmungsvoll das von den "Vox-Humana"-Damen dargebotene Medley "Queen of Soul". Als sich Vox Humana mit "Back to the fifties" vom Publikum verabschiedete, gab sich dieses erst nach der dritten oder vierten Zugabe zufrieden.

Für die musikalische Begleitung am Klavier sorgte neben Konrad Knopf Irina Landes. Johannes Ball (Bass), Thomas Herzig (Gitarre), Markus Kuhn (Keyboards) und Alexander Lauer (Schlagzeug) begleiteten"Vox Humana" als Band. Gunther Grasemann sorgte für die Tontechnik, und Markus Gebhart sowie Günter Wayand zeichneten bei dem Konzertabend im Ziegeleimuseum für die Beleuchtung verantwortlich. (bo)